Ich bin stolz auf mich

Meiner Gesundheit geht es nur so lala. Schmerzen sind weniger, aber nicht ganz weg. Aber auf mein Gehirn scheint das keine Auswirkungen mehr zu haben. Ich kann jetzt auch schreiben, wenn ich Schmerzen habe. Im Grunde lenkt mich die Arbeit und das viele Denken auch sehr gut davon ab.

Schon seit Tagen hab ich so viele gute Ideen. Vormittags stehe ich nicht mehr auf, sondern ich bleibe so lange wie möglich im Schlafanzug und schreibe meine Ideen auf. Heute waren es 13 Seiten Ideen! Und nicht nur das. Ich habe die Geschichte im Grunde endlich grob durchgeplant. Viele Dinge sind so ähnlich, wie sie vorher waren, aber nicht mehr genauso. Wenn ich an den ersten Entwurf denke und wie sich das entwickelt hat, dann bin ich einfach nur stolz auf mich. Ich bin sogar fähig, meine unbrauchbar gewordenen Ideen wieder zu recyceln.

Ich bin wirklich stolz auf mich. Und erleichtert. Ich dachte, ich werde schon wieder mit etwas nicht fertig. Endlich kann ich erkennen, was es mal wird. Ich meine natürlich mein größeres Projekt. Zwar nur aus der Sicht von Veronika, aber sie ist auch die Hauptperson. Da John aber mehr als nur ein Zeit-Reisender ist, was ich vielleicht am Anfang jedoch nicht verraten sollte, könnte der neue Titel heißen:

Veronika und die Zeitreise-Akademie. 

Nun muss ich nur noch die vielen Nebenhandlungen irgendwo einfügen, wo und wie es am besten passt. Ganz vollständig ist es also nicht. Ganz fertig auch nicht. Ich muss auch noch die vollständige Kapitel-Übersicht und den Szenen-Plan erstellen. Das dauert bestimmt länger als einen Tag.

Der zweite Teil ist dann die Fortsetzungs-Geschichte über die Arbeit der Zeitreise-Akademie und derer, die darin arbeiten.

Bei der Arbeit an meinem kleineren Projekt, habe ich gemerkt, dass es hilft, wenn man sich ein Maximum setzt. 400 – 500 Seiten sind das Maximum für den großen Roman. 80 – 150 Seiten für das kleine Projekt. Als ich beim kleinen Projekt gesehen habe, wie schnell man die Handlung eigentlich planen könnte, klappte es plötzlich auch beim großen. Ich war einfach nicht mehr so vorsichtig mit dem, was ich schon geschrieben hatte. Ich war plötzlich bereit, alles neu zu schreiben, wenn es nötig wäre. Ich kann vermutlich einiges verwenden. Vieles jedoch auch nicht. Und das ist gut so, denn so komme ich endlich weiter.

In den Kapitel- und Szenenplan kann ich dann später neue und alte Sachen zusammen fügen zu einer Geschichte.

Alles muss passen. Jedes Wort muss sitzen und einen Nutzen haben. Was nicht zur Geschichte gehört, fliegt raus. So sagen es die Ratgeber auch. Auch Orte, nicht nur Personen, müssen einen tieferen Sinn für die Handlung haben und nicht nur Kulisse sein.

Ob ich heute noch was schaffe, weiß ich nicht. Ich bin etwas ausgelaugt. Diese dreizehn Seiten, die ich heute geschrieben habe, sind wahrscheinlich die wichtigsten 13 Seiten meines Lebens, bzw. die wichtigsten, was das Projekt betrifft. Das war nur möglich, weil ich einfach alles ignoriert habe, von dem ich vorher dachte, dass es unbedingt so oder so sein muss. Veronikas Heldenweg ist das Herz der Geschichte. Die Lüge, die sie am Anfang glaubt.

Ohne diesen Hinweis mit der Anfangslüge wäre ich auch noch nicht weiter. Das ist in der Heldenreise von Veronika nämlich der rote Faden.

 

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