Der Weg der Fehler und Versäumnisse

1. Wenn man den Traum hat, schreiben zu wollen, ist der größte Fehler, den man machen kann, es immer weiter vor sich her zu schieben.

Zwar gibt es einem auch ein schönes Gefühl, wenn man immer wieder bemerkt, dass man inspiriert durch die Gegend läuft angesichts dessen, worüber man schreiben könnte. Aber diese guten Ideen gehen mit der Zeit wieder verloren, wenn man sie sich nicht notiert und dann umsetzt in Worte. Natürlich kann man der Meinung sein, man sei einfach zu jung, hätte noch nicht genug erlebt und sich erst mal um eine „Zweitkarriere“ kümmern. Aber dann verschenkt man kostbare Zeit des Übens. Vielleicht findet man ja erst beim Schreiben heraus, dass einige Ideen gar nicht so leicht umzusetzen sind und weiteres Nachdenken erfordern?

Man sollte also Irgendetwas schreiben, und wenn es nur ein Tagebuch ist. Das Mindeste wäre hier ein Ideentagebuch. Aber auch ein Tagebuch über die eigenen Emotionen, das Wetter, Reisen oder Erlebnisse können dazu beitragen, dass man Dinge immer besser wahrnimmt und auszudrücken lernt. Ein weiterer Weg, regelmäßig zu schreiben, sind Übungen aus dem Internet oder aus Schreibratgebern. Eine andere Möglichkeit wäre das Schreiben von Kurzgeschichten, teilnehmen an Workshops, der Schreibmarathon, Wettbewerbe oder Fernstudien.

Eines ist sicher: Wer nichts geschrieben hat, der kann auch nichts veröffentlichen. Die Angst vor der Veröffentlichung kann dazu führen, dass man nie etwas fertig schreibt.

2. Der zweite Fehler, den man machen kann: Die geschriebenen Dinge einfach in der Schublade zu lassen

und niemals wieder zu lesen, geschweige denn, sie zu überarbeiten. Nur, wenn man sich mit den Ergebnissen auch beschäftigt, lernt man, Fehler zu erkennen und das braucht man spätestens dann, wenn man wirklich etwas veröffentlichen will.

Sich einfach niemals zu trauen kann gut sein, wenn die Ergebnisse der eigenen Arbeit wirklich nicht gut genug sind. Aber man sollte einen Weg suchen, das herauszufinden und die eigenen Texte zu verbessern. Auch dabei helfen Schreibratgeber, einschlägige Internetseiten oder Workshops und Fernstudien. Das Ziel sollte also sein, darauf hinzuarbeiten, dass man etwas veröffentlichen kann.

Nur, wer lernt, bestimmte Techniken bewusst anzuwenden, kann auch bewusst darüber entscheiden, was er wie schreibt. Das ist immer noch keine Garantie dafür, dass es den Leuten gefällt, trotzdem ist es besser, als einfach ins Blaue hinein zu schreiben und dann nicht zu wissen, warum etwas gut geworden ist oder mit welcher Technik man diese oder jene Schwäche ausbügeln könnte. Man muss also nicht nur schreiben üben, sondern auch recherchieren, Techniken lernen, planen und überarbeiten.

Der Unwille oder die Unfähigkeit, sich mit den eigenen Fehlern zu beschäftigen kann dazu führen, dass man niemals etwas überarbeitet bekommt.

3. Der dritte Fehler ist, überstürzt zu veröffentlichen

Man denkt zum Beispiel nicht lange genug darüber nach, wo und wie man veröffentlichen will, was das kostet oder wie teuer das eigene Buch sein soll. Das hat zur Folge, dass man unter Umständen später alles noch mal ändern muss, was sehr schlecht sein kann, weil es beim Leser/Käufer Frust erzeugt. Und auch bei einem selbst!

Veröffentlichen ganz ohne funktionierende Rechtschreib- und Grammatikprüfung sollte auch nicht sein. Und um logische Fehler auszumerzen, bevor das eigene Werk an die Öffentlichkeit geht, sollte man es zumindest eine Person vorher mal probelesen lassen. Manchmal ist man selbst nämlich blind für die eigenen Fehler.

Man sollte sich eine Liste machen mit Dingen, die es zu beachten gilt: Habe ich auch das richtige Dateiformat? Wenn nein, welche Software muss ich mir besorgen? Wie sollte das Cover aussehen? Kann ich selbst ein passendes Bild fotografieren? Kostet es etwas oder ist es gratis? Will ich unter meinem eigenen Namen oder unter einem Pseudonym veröffentlichen? Wenn Pseudonym, wie mache ich das dann? Soll mein erstes Werk gratis sein oder soll es etwas kosten? Gebe ich etwas für Werbung aus? Wenn ja wie viel und wie mache ich Werbung?

Eine zu schnelle Veröffentlichung ist auch schlecht, wenn man die Texte noch bei Wettbewerben hätte einreichen können. Plant man die Veröffentlichung nicht gut genug, verschenkt man kostbare Energie und Zeit und macht blöde Flüchtigkeitsfehler, die man später nur noch schwer ausbügeln kann.

Eine Veröffentlichung ist ein Schritt, den man sich gut überlegen und den man gut vorbereiten sollte. Hektik führt zu unnützen Fehlern.

Cover Blanko 9