Gute und schlechte Ideen

Ein Kapitel besteht aus mehreren Szenen. Zum Beispiel das 16 Seiten Kapitel, was ich als Vorgeschichte geschrieben habe, um in die Welt einzuführen und einige Personen vorzustellen. Inzwischen sind es 18 Seiten. Wenn ich nur den Anfang, also die Flucht und die Gefangennahme, in Szenen aufteilen müsste, sähe das wohl ungefähr so aus:

Szene 1 : Ein rothaariges Mädchen rennt durch den Wald und wird von gefährlich aussehenden Männern verfolgt. Sie hat große Ohren, die Männer nicht. Sie ist so gekleidet, als ob sie seit Jahren im Wald lebt (Jute-Kleidung). Die Männer tragen Leder und Felle, haben Waffen wie Gewehre und Pistolen, die sie aber im Moment nicht benutzen. Und einige von ihnen besitzen jede Menge Goldschmuck. Das Mädchen springt über Steine, duckt sich vor Ästen, die ihr dann teilweise trotzdem ins Gesicht schlagen, stolpert fast und rennt und rennt.

Szene 2 : In einer Rückblende oder Erinnerung sieht man das Mädchen zu Hause mit ihrem Vater, der ihr Sachen beibringt. Ihr Name ist Katharina. Er erklärt ihr, dass ein Organ in ihren Ohren sie mit Tieren sprechen lässt. Man sieht auch, dass ähnliche Männer dann das Haus angezündet haben, während das Mädchen (ca. sechs Jahre alt) auf der Toilette sitzt. Die Toilette ist draußen im Garten, da wir uns in der typischen Mittelalterlichen Gesellschaft befinden, die Fantasie-Romane oft für die Welten-Bildung nutzen. Ihre Familie stirbt. Sie läuft in den Wald und überlebt aufgrund der Dinge, die ihr Vater ihr beigebracht hat. Sie findet einen hohlen Baumstamm, der nun zehn Jahre lang ihr zu Hause wird. Dort läuft sie hin.

Szene 3 : Doch plötzlich ist sie umstellt. Sie zieht ihren Bogen hervor, um auf die Männer zu schießen. Sie trifft einen in die Schulter, zwei ins Bein (Oberschenkel und Knie). Sie kann entkommen. Aber kurz darauf fühlt sie einen dumpfen Schlag und fällt hin. Die Männer lachen und fluchen. Jemand wirft ein Netzt über sie, worin sie eingewickelt wird. An ihrer Wade sieht man einen kleinen Giftpfeil. Sie nehmen sie mit und sperren sie in einen Käfig. Sie bemerkt, dass sie mit Pflanzengift gelähmt wurde und wundert sich, wer diesen Hexenjägern das Geheimnis verraten hat.

Bisher habe ich das noch nicht so aufgeteilt. Ich habe erst mal versucht, das Kapitel weiter zu schreiben. Ich werde das wohl noch tun, denn in so kleinen Häppchen aufgeteilt kann man Fehler besser erkennen und besser überarbeiten.

Wie passt Veronika da rein? Warum taucht Zenobius plötzlich auf? Das könnte miteinander zu tun haben. Veronika könnte Zenobius zuerst kennen lernen.

Wenn er ihnen helfen will, warum verlangt er dann Gold für die Rettung? Weil seine Persönlichkeit so ist.

“Ich bin ein Magier und ich will für meine Dienste bezahlt werden.”

Er ist halt gold-gierig. Als er erfährt, dass Veronikas Mutter alleine ist und eine Truhe mit Gold und Edelsteinen hat, könnte er ihr den Hof machen. Zu übertrieben? Aber die Mutter hat Angst vor ihm und nimmt lieber den einzigen verschonten Hexenjäger? Natürlich hat sie Angst vor einem Magier. Jeder hat Angst vor ihm. Und sie hat schon Veronika, die nicht ganz normal ist. Zenobius hat viele aus dem Dorf getötet, denn die Hexenjäger kommen aus dem Dorf. Nimmt sie ihn bei sich auf, wird sie zur Zielscheibe. Eigentlich ist ihre Persönlichkeit so, dass sie keinen Mann will. Aber was, wenn sie keine Wahl hat?

Wenn die Gegend Blutküste heißt, wie heißt dann das verdammte Dorf? Sievenhafen – Eenhafen? Wenn Sievenhafen ein Zusammenschluss von sieben Dörfern wäre, dann wäre Eenhafen nur ein Dorf. Klingt jedenfalls besser, als wenn ich immer “Fischerdorf” sage. Oder nur “das Dorf”.

Warum wird der eine Hexenjäger (der Anführer?) verschont, wenn Zenobius doch so mächtig ist? Er muss auch einen magischen Gegenstand bei sich tragen, der ihn abschirmt. Dann wäre er in der Lage, zurück zu kämpfen oder zu fliehen. Das bedeutet aber, wenn der Anführer entkommt und Veronikas Stiefvater wird, dann bekommt Zenobius die Käfigschlüssel nicht und muss sie mit Magie aufkriegen.

Also die Hütte der Seherin wird abgebrannt, weil jemand beobachtet, dass Veronika und Zenobius von dort mit der Harpyie wegfliegen. Sie holt ihren Bruder. Kennt sie da schon ihren Stiefvater? Normalerweise schon, denn die Mutter will ihn mit einem Sohn zufrieden stellen. Dazu passt auch, dass sie sich ihn nicht ausgesucht hat, sondern er sich dort einfach einnistet. Er könnte auch von den Gold erfahren haben. Zenobius kommt regelmäßig da vorbei und will Veronika überreden, dass sie ihren Stiefvater im Schlaf ermordet. Der Stiefvater wiederum will, dass sie Zenobius eine Falle stellt.

Katharina, Sissy und die Zirkusfamilie werden gerettet, weil Veronika und Zenobius gerade in der Nähe sind. Das bedeutet doch, dass die Seherin da noch nicht gefangen sein kann, oder?

Und genau die Zeit, die Veronika mit dem bösen Stiefvater verbringen muss, also 9-10 Monate, verbringen Katharina und Sissy in Sievenhafen. Nachdem sie ihren eigentlichen Auftrag erledigt haben, schlagen sie sich mit allen möglichen Jobs durch und wohnen in einem Baumhaus, außerhalb der Stadt, um Gold zu sparen. Dort könnte Katharina sogar ein Stück Wald gekauft haben! Alles könnte dort entstehen. Ein Flüchtlingslager, eine zweite Widerstandsgruppe mit unterirdischem Versteck, eine Elfen-Siedlung.

Und was ist damit, dass Veronika Zenobius Boot klauen will? Warum sollte sie weg wollen, wenn sie da den Stiefvater noch nicht kennt? Oder ist sie nur neugierig?

Ich hab noch sehr viel Gehirnschmalz, den ich dafür aufwenden muss, bis alles einen Sinn ergibt. Aber ich bin mir sicher, dass es eine Lösung gibt. Ich muss bloß darauf achten, dass die Leute entsprechend ihrer Persönlichkeit handeln und alle Fähigkeiten nutzen, die sie haben. Und zwar von Anfang an.

Die Rohfassungen schreibe ich immer so, dass ich Leute mit allen möglichen Fähigkeiten ausstatte, die sie aber nie benutzen. Sie müssen sie von Anfang an benutzen.

Komischerweise kommt alles wieder zurück. Ich hab in der ersten Rohfassung Katharina ja auch flüchten lassen. Da war sie verletzt und fiel später dadurch noch ins Koma. Und dass war dann der Grund, warum Milva das Portal bauen wollte. Alles etwas an den Haaren herbei gezogen.

Aber wenn Katharina überlebt und in die Zwischenwelt will, um ihre Familie zu sehen, das ist ein besseres Motiv. Durch die Echsenfamilie weiß sie plötzlich von den Kristallen. Sie braucht vier davon, um ein Fenster zur Zwischenwelt zu erschaffen. Für ein Portal braucht sie weitaus mehr.

Ich hab jetzt Zeit, denn es ist gerade wieder Lockdown wegen Corona. Das erste Kapitel muss alles enthalten: John und Melli in der Zwischenwelt, Katharinas Gefangennahme und sogenannte Befreiung, Veronika, der Stiefvater, ihre Mutter, die Seherin und Zenobius. Alle wichtigen Personen gehören in das Kapitel. Und natürlich muss ich dann auch erzählen, wie Afra vergiftet wird und sich auf den Weg macht durch den Tunnel. Vielleicht passt es nicht alles in ein Kapitel.

Aber wie gesagt, ich habe Zeit, um darüber nachzudenken.

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