Selbst verursachte Probleme

Zwischendurch ging es mir schon wieder so gut, aber dann wurden die Schmerzen immer schlimmer und nichts schien mehr zu helfen. Ich suchte mir die besten Nahrungsergänzungen raus und nahm sie in hohen Dosierungen. Aber dass das auch nach einer Weile Nebenwirkungen haben kann, daran hab ich nicht gedacht. Was ich daraus lerne: Wenns einem gut geht, soll man nichts mehr nehmen.

Boswellia Serrata:

Auch wenn ich denke, dass das eines der Krebsmedikamente der Zukunft sein wird, hat es Nebenwirkungen. Am Anfang hab ich nichts gemerkt. Ich habe mit einer Dosierung von 400 mg angefangen, dann gelesen, dass es nur hilft, wenn man mindestens 1200 mg nimmt und das eine Weile gemacht. Ich habe dann ein höher dosiertes Präparat gekauft (2000 mg). Dann hab ich herausgefunden, dass man diese 1200 mg aber drei mal am Tag nehmen muss und das über ca. ein Jahr gemacht. Alles war unter ärztlicher Aufsicht. Die Nebenwirkungen waren schleichend, darum hab ich nichts gemerkt. Im deutschen Netz findet man Nebenwirkungen nur am Rande erwähnt. Ich hab nur eine Seite gefunden (Gesundheitswissenschaften.com), die das ausführlicher erwähnt:

ZITAT: “(…) Schwangere und stillende Frauen sollten auf die Anwendung verzichten, denn Boswellia hat in hohen Dosierungen eine durchblutungsfördernde Wirkung der Gebärmutter und des Beckens und könnte eine Fehlgeburt fördern.
Zu den Nebenwirkungen, die bei empfindlichen Menschen beobachtet wurden, gehören:
  • Magenschmerzen
  • Übelkeit
  • Sodbrennen
  • Durchfall
  • Hautreizungen (bei Anwendung auf der Haut)
(…)” ZITATENDE

Wenn ich aber in englischer Sprache suche, finde ich (übersetzt) folgendes auf WebMD:

“ZITAT: (…)

Boswellia-Extrakt wird bis zu 6 Monate lang sicher in Dosen von bis zu 1000 mg täglich angewendet. Ein spezifischer Boswellia-Extrakt namens “H15” wurde auch sicher in Dosen von bis zu 1200 mg dreimal täglich für bis zu 8 Wochen verwendet. Boswellia verursacht normalerweise keine wichtigen Nebenwirkungen. Einige Personen, die es einnahmen, berichteten jedoch von Magenschmerzen, Übelkeit, Durchfall, Sodbrennen, Juckreiz, Kopfschmerzen, Schwellungen und allgemeiner Schwäche. (…)

“Autoimmunerkrankungen” wie Multiple Sklerose (MS), Lupus (systemischer Lupus erythematodes, SLE), rheumatoide Arthritis (RA) oder andere Erkrankungen des Immunsystems: Boswellia kann das Immunsystem aktiver machen. Dies könnte die Symptome von Autoimmunerkrankungen verschlimmern. Vermeiden Sie die Verwendung von Boswellia, wenn Sie unter einer dieser Bedingungen leiden. (…)” ZITATENDE

 

Ich habe das also länger genommen, als alle anderen. Nach einer Woche gar nichts mehr nehmen, nicht mal Tee, ging es mir plötzlich fast wieder super gut. Dann habe ich nur eine einzige von den 2000 mg genommen und die ganzen schrecklichen Schmerzen waren wieder da. Hauptsächlich die bessere Durchblutung scheint zu den Schmerzen zu führen, denke ich. Ich habe jede Narbe, jeden Schnitt noch mal gespürt. Es war wie direkt nach der Operation. Kopfschmerzen hatte ich nicht.

Löwenzahnwurzeltee:

Auch dies ganz sicher ein Krebsmedikament der Zukunft. Vielleicht sogar gegen Diabetes Typ zwei und Bluthochdruck. Ich habe seit dem Anfang meiner Therapie immer wieder Löwenzahn eingenommen. Als meine Chemo losging habe ich Tee aus den Blättern getrunken. Das soll das Blut reinigen. Zwei Jahre nach meiner Diagnose hab ich mir dann Löwenzahnwurzel-Tee im Beutel gekauft. Dann im Mai 2019 Mariendistel/Löwenzahn-Kapseln und den ersten losen Löwenzahnwurzel-Tee als getrocknete Stücke (500 g) und dieses Jahr im Juni wieder 500 g.

Hier sind es gerade die Bitterstoffe, die wirken, die man anscheinend aber auch überdosieren kann. Auf der Seite Phytodoc.de finde ich die meisten Infos:

ZITAT: “(…) Löwenzahn regt den Gallenfluss an. Nicht anwenden, wenn der Abfluss der Gallensäfte gestört ist:

  • Darmverschluss
  • Entzündung und Verschluss der Gallenwege
  • Eiteransammlung in der Gallenblase (Gallenblasenempyem)
  • Gallensteine

Bei Gallensteinleiden und schweren Leberfunktionsstörungen soll Löwenzahn nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt angewendet werden.

Wie alle Bitterstoffe kann Löwenzahn Magenbeschwerden durch eine Übersäuerung auslösen.

Häufiger Kontakt mit dem Milchsaft kann bei empfindlichen Personen zu Kontaktdermatitis führen.

Wegen der harntreibenden Wirkung sollten Präparate mit Löwenzahn nicht abends eingenommen werden. (…)” ZITATENDE

 

Und wieder auf WebMD (übersetzt):

ZITAT: “(…) Die orale Einnahme von Löwenzahn kann bei manchen Menschen zu allergischen Reaktionen, Magenbeschwerden, Durchfall oder Sodbrennen führen.
(…) Blutungsstörungen: Löwenzahn kann die Blutgerinnung verlangsamen. Theoretisch könnte die Einnahme von Löwenzahn das Risiko für Blutergüsse und Blutungen bei Menschen mit Blutungsstörungen erhöhen.

(…) Nierenversagen: Löwenzahn kann die Freisetzung von Oxalat durch den Urin verringern. Theoretisch könnte dies das Risiko für Komplikationen bei Menschen mit Nierenproblemen erhöhen. (…)”

MSM (Methylsulfonylmethan):

Ich hab im Juli 2018 angefangen, es zu nehmen in einer Dosierung von 1000 mg für acht Monate. Dann hat es nicht mehr geholfen. Ich habe ein neues Produkt gekauft, dass 2000 mg enthielt und zusätzlich Vitamin C. Das war eine Dose mit 365 Stück, die nun halb leer ist. ich habe das durchgehend bis zu meinem Unfall im Sommer genommen, dann aufgehört und später wieder angefangen, aber gemerkt, dass es dann Nebenwirkungen hatte.

Es wird oft gesagt, MSM hätte auch in Superhohen Dosierungen gar keine Nebenwirkungen. Auf manchen Seiten werden die Nebenwirkungen als Erstverschlimmerung oder als Entgiftungs-Symptome bezeichnet. Wenn man richtig sucht, findet man dann aber doch einiges:

Wieder (übersetzt) auf WebMD:

ZITAT: “(…) Bei oraler Einnahme: MSM ist für die meisten Menschen MÖGLICH SICHER, wenn es bis zu 3 Monate oral eingenommen wird. Bei einigen Menschen kann MSM Übelkeit, Durchfall, Blähungen, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Juckreiz oder eine Verschlechterung der Allergiesymptome verursachen.(…)” ZITATENDE

 

Was lernen wir daraus?

Erstens: Ich habe die Sachen länger genommen, als es normalerweise der Fall ist. Ich hätte zwischendurch viel längere Pausen machen müssen. Ich hab nicht aufgehört, als ich gemerkt habe, dass es schlimmer wird und nicht besser. Statt dessen habe ich gedacht, ich muss mehr nehmen oder noch andere Nahrungsergänzungen suchen.

Zweitens: Alle drei Sachen wirken sich irgendwie auf die Verdauung aus. Tatsächlich hatte ich auch am Schluss das Gefühl, Reizdarm zu haben. Und nicht nur das. Es hat überall gepickt, das Fettgewebe am Bauch und die Eingeweide brannten wie Feuer.

Drittens: Ich habe drei Sachen auf einmal genommen, die ähnliche Nebenwirkungen haben. Das ist vielleicht dem geschuldet, dass die Nebenwirkungen, die bekannt sind, immer wieder herunter gespielt werden. Aber jetzt hab ich es ja auch gefunden, also hätte ich es auch früher finden können.

FAZIT

Früher habe ich gar nichts genommen. Ab und zu mal was für die Haut, Folsäure oder B-Vitamine. Aber nicht drei Pillen am Tag und schon gar nicht superhohe Dosierungen von etwas, was ich für hochwirksam halte, über mehre Monate oder Jahre. Gerade auch mit dem Tee bin ich recht sorglos umgegangen und hab immer mehr genommen, weil ich den Fehler im Kopf hatte, den alle Menschen im Kopf haben: Ich hab gedacht, viel von etwas Gutem hilft auch viel.

Jetzt muss ich mich umgekehrt entgiften, in dem ich gar nichts nehme. Vielleicht kann ich Tee in kleinen Mengen irgendwann wieder vertragen. Das Basencitrat hat vermutlich viel von der Übersäuerung ausgeglichen, weshalb ich all die Sachen so lange nehmen konnte. Basencitrat ist mir aber jetzt zu teuer geworden. Auch wenn ich das Boswellia direkt zum Essen genommen hätte, hätte ich weniger Nebenwirkungen gehabt. Hoffentlich geht es mir zu Weihnachten wieder besser.

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